280 Scouts beobachten die U18-WM
von Organizing Committee|26 APR 2023
Foto: © Swiss Ice Hockey / Jonathan Vallat
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Die jungen Spieler an der U18-WM in Basel und Porrentruy werden nicht nur von Zuschauerinnen und Zuschauern bejubelt und beklatscht, sondern auch von zahlreichen Scouts intensiv beobachtet. Einer von ihnen ist Al Murray.

Der 66-Jährige ist Director of Amateur Scouting bei den Tampa Bay Lightning, dem NHL-Club aus Tampa im US-Bundesstaat Florida. In dieser Funktion besucht er selbst Spiele, koordiniert aber gleichzeitig auch sämtliche Scouts, die für die Tampa Bay Lightning arbeiten, fünf in Europa und sieben in Nordamerika. «Es gibt drei wichtige Turniere, die wir während der Saison besuchen», erklärt Murray, «es sind dies der Hlinka Gretzky Cup im Sommer, die World Juniors über Weihnachten und Neujahr und am Ende der Saison die U18-Weltmeisterschaft.

An diesen drei Turnieren kommen viele der besten Spieler zusammen.» Und hier verfolgen die aufmerksamen Augen der Scouts dann jede Bewegung, jeden Pass und jedes Tor. «Wichtig ist, dass wir wissen, welche Art von Spieler das Club-Management wünscht», erklärt der erfahrene Scout, «so können wir in die Arena gehen und nach Spielern Ausschau halten, die die gewünschten Eigenschaften mitbringen.» Je nach Teamzusammensetzung seien andere Fähigkeiten, sogenannte Skills, gefragt und seine Aufgabe sei es dann, denjenigen Spieler zu finden, der die Anforderungen am besten erfülle.
Foto: © Swiss Ice Hockey / Jonathan Vallat

«Scouts sollen sich auf ihre Arbeit konzentrieren können»

So wie Al Murray sind rund 280 weitere Scouts in Basel und Porrentruy unterwegs, um Talente zu sichten und künftige Josis, Hischiers und Meiers zu entdecken. Koordiniert werden sämtliche Scouts-Aktivitäten an der U18-WM in der Schweiz von Peggy Fitzpatrick. Sie bringt langjährige Erfahrung mit in diesem Bereich und hat die Talentsichter schon an mehreren Weltmeisterschaften betreut.

«Wir haben für die Scouts ein Sorglospaket zusammengestellt», sagt Fitzpatrick, «so müssen sie sich um nichts kümmern und können sich voll auf ihre Arbeit, das Sichten von jungen Eishockey-Talenten, konzentrieren.» Die U18-Weltmeisterschaft gilt denn auch als die wichtigste Weltmeisterschaft im Junioreneishockey.

«Scouts beobachten und analysieren die Auftritte einzelner Spieler», so Fitzpatrick, «die besten Spieler werden dann im besten Fall im jährlichen NHL-Draft in eine Mannschaft der besten Eishockeyliga der Welt aufgenommen.» Aktuell werden in Basel und Porrentruy also die nächsten NHL-Drafts gesucht und so mancher Spieler hofft darauf, entdeckt zu werden.
 
Foto: © Swiss Ice Hockey / Jonathan Vallat

Lob auf beiden Seiten

Peggy Fitzpatrick schätzt die Zusammenarbeit mit den Scouts sehr. «Sie sind eigentlich alle supernett und pflegeleicht. Spezielle Wünsche gibt es fast nie», weiss sie aus Erfahrung zu berichten, «das Allerwichtigste ist, dass sie die Line-Ups vor jedem Spiel frühzeitig in Papierformat erhalten, weil sie dort ihre Notizen zu den Spielern vermerken.» Und in der Scouts Lounge sei Internet sehr wichtig.

«Damit die Scouts mit ihrem Club kommunizieren können.» Wenn mehrere Augen auf das gleiche Talent gerichtet sind, muss es wohl manchmal schnell gehen. Auch Al Murray findet – auf die WM in der Schweiz angesprochen - nur lobende Worte.

«Ich bin sehr zufrieden. Ich scoute jetzt schon seit mehr als dreissig Jahren und finde die Art, wie wir hier behandelt werden, hervorragend. Beide Stadien sind einladend und man kann gut darin arbeiten. Ich könnte mir keinen besseren Ort für diese WM vorstellen. Basel ist eine schöne Stadt und Porrentruy ein hübsches Städtchen - ein toller Mix für uns, um Eishockey zu schauen.»